Mittwoch, 26. September 2012

Der Unterstufenschüler aus Sicht eines Oberstufenschülers



Literatur Hausarbeit:

Thema III.2. „So waren wir damals nicht“: Der Unterstufenschüler aus Sicht eines Oberstufenschülers

„Früher hätte es das nicht gegeben!“ Was jetzt wie das klischeehafte Gerede von Eltern klingt, ist mittlerweile oft aus den Mündern von pseudo-erwachsenen Oberstufenschülern zu hören. Und das nicht ohne Grund: Was sich die Unterstüfler leisten, war zu meiner Zeit als Unterstufenschüler undenkbar. Der Gang im R-Geschoss mit den Klassenzimmern war bis zur 7. Klasse quasi Sperrgebiet. Heute habe ich dort Unterricht, stehe also in den Pausen meistens dort herum. Und was passiert andauernd? Kleine 5. oder 6. Klässler rennen einen regelmäßig fast über den Haufen. Die kleinen Mädchen haben auch hin und wieder die nervige Angewohnheit, das Trommelfell aller auf eine harte Probe zu stellen. Dazu eine kleine Anekdote: Aufsatztag, 4. Stunde, wenn sich meine grauen Zellen da nicht irren. Eine Gruppe Oberstüfler saß mit rauchenden Köpfen über ihre Blätter gebeugt da und versuchte sich irgendwas aus den Fingern zu saugen,  um so zu wirken, als wüssten sie, was der Autor ihnen sagen will. Da es warm war, waren natürlich die Fenster offen…ein großer Fehler! Fragt mich nicht wieso, aber trotz des Unterrichts wurden wohl ein paar Unterstüfler auf die Welt losgelassen. Sie hatte nichts Besseres zu tun als einen Kreischwettbewerb zu starten. Perfekter Schutz gegen Entführungen übrigens, weil den Entführern ja sofort die Trommelfelle platzen. Aber da  schreibende Schüler keine Entführer sind, ist dieses Verhalten reichlich unangebracht; vor allem, wenn man sich im Klaren darüber ist, wie lang die Kleinen kreischen können. Das Lungenvolumen müsste man mal berechnen: So viel Luft, wie da reingeht, würden die sicher gute Taucher abgeben. Aber Lungenvolumen hin oder her, die Geräuschpenetranz dieser neuen Generation Mensch ist nicht ihre einzige Macke. Oft denkt man sich, dass man den Duden mal auf Richtigkeit überprüfen sollte, weil das Wörtchen Respekt bei den Kleinen wohl irgendwie rausgeflutscht ist. Damals hätten wir uns nicht getraut, einen Älteren so unbedarft anzusprechen. Heute hingegen nerven die Kleinen manchmal ganz schön gewaltig. Zumal sie immer die Gänge und Treppenhäuser verstopfen müssen. Da kommt man sich vor wie auf dem Meer, wo man ständig gegen die Wellen ankämpfen muss.

Auch eine Zunahme an Gewalt musste ich feststellen. Häufig sehe ich kleine Jungen, die sich gegenseitig zusammenschlagen und das nicht nur aus Spaß. Klar, wir haben damals auch gekämpft, aber nicht so! Wenn ich sehe wie manche bereits am Boden liegen, warte ich nur drauf, dass irgendwann Blut fließt.

Ein Beispiel zum Thema Streit bei Unterstüflern habe ich auch noch. Ein paar Freunde von mir sind als Paten und Streitschlichter für eine 6. Klasse zuständig. Es laufen quasi ständig Schlichtungen, und sie haben mir mal erzählt, dass so gut wie alle Schlichtungen zu vermeiden seien, wenn man sich untereinander einfach zugehört hätte. Das fällt zwar den meisten Menschen schwer, aber der nächsten Generation  wohl  besonders.

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